Aktuelles Projekt:
César Franck und Felix Mendelssohn

César Franck: Die sieben Worte Jesu am Kreuz

César Franck (1822-1890) wurde in Lüttich geboren und verbrachte den grössten Teil seines Lebens in Paris. Er wirkte als Pianist, Komponist, Lehrer und vor allem als Organist. 1858 trat er seinen Dienst an der Pariser Kirche Sainte-Clotilde an, deren neue Orgel von Aristide Cavaillé-Coll sein musikalisches Schaffen entscheidend prägen sollte. Viele jener Werke, für die Franck heute besonders bekannt ist, entstanden erst in seinen späteren Lebensjahren.

Die sieben Worte Jesu am Kreuz vollendete Franck am 14. August 1859, im Alter von 36 Jahren und zu Beginn seiner Tätigkeit an Sainte-Clotilde. Eine Aufführung zu seinen Lebzeiten ist nicht belegt; das Werk blieb unveröffentlicht und wurde erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt.

Den sieben letzten Worten Jesu stellt Franck einen Prolog voran. Die Worte Christi werden zudem durch weitere Texte aus dem Alten und Neuen Testament sowie durch Verse aus dem Stabat Mater ergänzt und kommentiert. So entsteht keine fortlaufende Passionserzählung, sondern eine Folge von sieben musikalischen Betrachtungen. 

Felix Mendelssohn Bartholdy: Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit“

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) war Komponist, Pianist, Organist und Dirigent und wirkte ab 1835 als Gewandhauskapellmeister in Leipzig.

Seinen 42. Psalm komponierte Mendelssohn 1837, im Alter von 28 Jahren und kurz nach der Vollendung seines ersten grossen Oratoriums Paulus. Nach der ersten Aufführung am 1. Januar 1838 in Leipzig überarbeitete und erweiterte Mendelssohn sein Werk.

Der Psalm, den Mendelssohn musikalisch in sieben Sätzen umsetzt, erzählt von einer Seele, die nach Gott dürstet. Der Chor eröffnet das Werk mit dem sehnsuchtsvollen Bild des Hirsches, der nach frischem Wasser verlangt. In den darauffolgenden Sätzen wird vor allem der Solosopran zur Stimme des suchenden Menschen. Der Chor antwortet zuversichtlich mit „Was betrübst du dich, meine Seele? Harre auf Gott!“

Aus Klage und Unruhe wächst allmählich Zuversicht. Im grossen Schlusschor verdichtet sich diese Hoffnung zu einem kraftvollen Bekenntnis.

Auf Leiden und Tod in Francks Werk folgen mit Mendelssohns Kantate Sehnsucht, Erinnerung und schliesslich die Erkenntnis, dass Gott gegenwärtig ist.

Das Orchester:
Kammerphilharmonie Graubünden

Seit 1989 begeistert die Kammerphilharmonie Graubünden ihr Publikum nicht nur im eigenenKanton, sondern bis weit über dessen Grenzen hinaus und spielt pro Saison zwischen 50 und 60Konzerte – egal ob in der Stadt oder auf dem Land, in Konzertsälen, auf Dorfplätzen, in Kirchenoder sogar Tanzlokalen. Zu den Highlights gehören – neben Sinfonie- undKammermusikkonzerten – Projekte wie die «Festspiele im Schloss» in Haldenstein oder dasFestival «tuns contemporans», bei dem vor allem Neue Musik aus Graubünden und der Schweiz(ur)aufgeführt wird. Eine Erfolgsgeschichte sind zudem die Vermittlungskonzerte wie zumBeispiel das Familienkonzert «Der Orchesterclown», das «Side-by-Side-Musizieren» von Profisund Laien oder die erst kürzlich ins Leben gerufene Chorwoche Chur. Abgerundet werden dieTätigkeiten durch jährliche Tourneen im Sommer und Winter sowie die äusserst beliebteFilmmusiktournee und verschiedene Crossover-Programme. Seit 2016 wird dieKammerphilharmonie vom Schweizer Dirigenten Philippe Bach geleitet.

Die Solisten

Aurea Marston

Sopranistin

Remy Burnens

Tenor

Daniel Ochoa

Bariton